*Ursprung / Herkunft* 
_Quelle: „Rhodesian Ridgeback – Heute“ von Stig G. Carlson_

Der heutige Ridgeback stammt aus dem südlichen Afrika. Er war der Begleiter der San, der Khoikhoi und der Hottentotten. Überlieferungen zufolge trugen bereits diese Hunde eine büschelige Haarformation auf dem Rücken und wurden daher von Afrikareisenden auch "Verkeerdehaar" oder "Maanhaar" genannt.

Portugiesische Berichte schildern eine Tollwutseuche in der Stadt Mocamedes, dem heutigen Namibia-Angola. Es drohte die Tötung aller Hunde in diesem Stadtgebiet. Daraufhin brachten Tierliebhaber Hunde aller Rassen – darunter auch die Kamussekelen, die Hunde mit dem charakteristischen Ridge auf dem Rücken, sowie Rüden und Hündinnen – auf ein Schiff. Sie setzten die Tiere auf der Halbinsel Tiger Bay aus und überließen sie sich selbst, in der Hoffnung, dass sie dort überleben würden.

Die überlebenden Hunde passten sich den harten Lebensbedingungen an und entwickelten sich zu robusten, wilden und tapferen Tieren. 

Ob diese Kamussekelen-Hunde die Vorfahren der gemischten Gruppen von Hunden mit Ridge und sogar die Vorfahren unseres heutigen Ridgebacks sind, bleibt offen.

Was wir jedoch wissen, ist, dass der Ridgeback aufgrund seiner nachgewiesenen jagdlichen Qualitäten viel Aufmerksamkeit, Interesse und Bewunderung findet. Er besitzt den Mut, Löwen aufzuspüren, und hält sie in einer Gruppe mit seiner Schnelligkeit, Wendigkeit und Intelligenz so lange in Schach, bis der Jäger erscheint, um den Löwen zu erlegen. Auch bei der Großwildjagd ist er ein ausgesprochen hilfreicher und stiller Begleiter. 

 

 

ORIGINAL STANDARD SÜDLICHES AFRIKA 
Standard Nr. 146 / 07.08.1998 

Übersetzung: Jochen H. Eberhardt. 

VERWENDUNG: Der Rhodesian Ridgeback wird noch immer zur Jagd von Wild in vielen Teilen der Welt verwendet, wird aber besonders als Wachhund und Familienmitglied geschätzt. 

KLASSIFIKATION: Gruppe 6 - Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen. 
Sektion 3 - Verwandte Rassen. Ohne Arbeitsprüfung. 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Der Rhodesian Ridgeback ist gegenwärtig die einzige anerkannte Rasse, die dem südlichen Afrika entstammt. Seine Ahnen können zurückverfolgt werden zur Kapkolonie, wo sie sich sowohl mit den Hunden der frühen Pioniere vermischten als auch mit den halbdomestizierten Hottentottenhunden, die einen Rückenkamm hatten. Meist in Gruppen von zwei oder drei Hunden jagend, war die ursprüngliche Aufgabe des Rhodesian Ridgebacks Großwild, hauptsächlich Löwen, aufzuspüren und mit großer Behändigkeit am Stand zu halten, bis der Jäger herangekommen war. Der Originalstandard, von F. R. Barnes 1922 in Bulawayo, Rhodesien, aufgestellt, gründete auf dem Dalmatiner-Standard und wurde von der Kennel Union des Südlichen Afrika 1926 anerkannt.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Der Rhodesian Ridgeback sollte einen ausgewogen gebauten, starken, muskulösen, wendigen und aktiven Hund darstellen, symmetrisch im Profil und bei mittlerer Geschwindigkeit äußerst ausdauernd. Das Hauptaugenmerk ist auf Beweglichkeit, Eleganz und funktionale Gesundheit ohne irgendwelche Tendenzen zu einer massiven Erscheinung zu legen. Die Besonderheit der Rasse ist der Rückenkamm (»ridge«), der dadurch entsteht, dass die Haare in Gegenrichtung zu denen am übrigen Körper wachsen. Der Rückenkamm ist das Wappenzeichen der Rasse. Der Rückenkamm muss klar abgegrenzt sein, symmetrisch und zu den Hüftknochen hin schmaler werden. Er muss unmittelbar hinter den Schultern beginnen und bis zu den Hüftknochen reichen. Der Rückenkamm darf nur zwei Wirbel (»crowns«) aufweisen, die dieselbe Form haben und einander gegenüberliegen. Die Unterkanten der Wirbel dürfen nicht über das obere Drittel des Rückenkamms hinausgehen. Ein guter Durchschnittswert für die Breite des Rückenkamms ist 5 cm (2 inches). 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Würdevoll, intelligent, Fremden gegenüber zurückhaltend, aber ohne Anzeichen von Aggressivität oder Scheu. 

KOPF 
OBERKOPF: 
Schädel: Sollte von mittlerer Länge sein (Breite zwischen den Behängen, Entfernungen vom Hinterhauptstachel bis zum Stirnabsatz, vom Stirnabsatz zur Nasenspitze sollten gleich sein), flach und breit zwischen den Behängen; in entspannter Haltung keine Faltenbildung am Kopf. 
Stop: Der Stirnabsatz sollte recht gut markiert sein. Das Profil darf nicht in einer Geraden vom Hinterhauptsstachel zur Nasenspitze verlaufen. 

GESICHTSSCHÄDEL: 
Nasenschwamm: Die Nase sollte schwarz oder braun sein. Eine schwarze Nase sollte mit dunklen Augen, eine braune Nase mit bernsteinfarbenen Augen einhergehen. 
Fang: Der Fang sollte lang, tief und kräftig sein. 
Lefzen: Die Lefzen sollten straff sein und an den Kiefer anliegen. 
Kiefer / Zähne: Starke Kiefer, mit einem perfekt schließenden und vollständigen Scherengbiss. Das heißt, dass die oberen Schneidezähne die unteren Schneidezähne dicht übergreifen und senkrecht im Kiefer stehen. Die Zähne müssen gut entwickelt sein, besonders die Eck- oder Fangzähne.

Backen: Keine Backen.
Augen: Sollten mäßig weit voneinander eingesetzt sein, rund, klar und funkelnd, mit intelligentem Ausdruck. Ihre Farbe soll mit der Fellfarbe harmonieren.
Behang: Sollte ziemlich hoch angesetzt sein, von mittlerer Größe, recht breit am Ansatz und sich zu einer abgerundeten Spitze verjüngen. Er sollte am Kopf anliegend getragen werden.

HALS: Sollte ziemlich lang sein, kräftig und ohne lose Kehlhaut.

KÖRPER:
Rücken: Kraftvoll.
Lenden: Stark, muskulös und leicht gewölbt.
Brustkorb: Sollte nicht zu breit sein, aber sehr tief und geräumig; der tiefste Punkt des Brustbeins sollte in Höhe des Ellenbogenpunktes liegen.
Vorbrust: Sollte, von der Seite gesehen, sichtbar sein.
Rippen: Mäßig gewölbt, niemals tonnenförmig.

RUTE: Am Ansatz kräftig, zur Rutenspitze hin allmählich dünner werdend, nicht grob. Von mäßiger Länge, weder zu hoch noch zu tief angesetzt, leicht gebogen getragen, aber niemals geringelt.

GLIEDMASSEN
VORDERHAND: Die Vorderläufe sollten vollständig gerade sein, stark und mit kräftigen Laufknochen, die Ellenbogen am Rumpf anliegen. Von der Seite gesehen sollte der Vorderlauf breiter sein als von vorn gesehen. Starke Vorderfußwurzelgelenke, Vorderfuß leicht geneigt gestellt.
Schultern: Die Schultern sollten sich, schrägliegend, klar abzeichnen und muskulös, große Geschwindigkeit erahnen lassen.

HINTERHAND: Die Bemuskelung der Hinterhand sollte schlank sein, die Knie gut gewinkelt, der Hintermittelfuß kurz.

PFOTEN: Rund, mit eng aneinander liegenden und gut gewölbten Zehen.

GANGWERK: Mit gutem Raumgriff, frei und rege.

HAARKLEID
HAAR: Sollte kurz und dicht sein, glatt und glänzend im Aussehen, aber weder wollig noch seidig.

FARBE: Hell weizenfarben bis rot weizenfarben. Ein wenig Weiß an der Brust und den Zehen ist statthaft, ausgedehnte weiße Behaarung hier, am Bauch oder oberhalb der Zehen ist unerwünscht. Ein dunkler Fang und dunkle Behänge sind statthaft. Zu viele schwarze Haare im ganzen Fell sind äußerst unerwünscht.

GRÖSSE UND GEWICHT:
Die erwünschten Widerristhöhen sind: Rüden:         63 cm (25 inches) bis 69 cm (27 inches).
                                                                     Hündinnen: 61 cm (24 inches) bis 66 cm (26 inches).

Gewicht:   Rüden:          36,5 kg (80 lbs).
                   Hündinnen: 32,0 kg (70 lbs).

 

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.